Die Übung der Friedrichsthaler Wehr basierte auf dem angenommenen Brand im Firmensitz des Pharmaunternehmens Kapferer. Mit der Alarmierung um 14.59 Uhr ging es los. Wo eben noch die interessierten Zuschauer sich das Übungsobjekt betrachteten, strömten jetzt die leistungshungrigen Wehrmänner und –frauen herbei, um die Rettung der im Bürobereich des Unternehmens eingeschlossenen Mitarbeiter zu bewerkstelligen. Im Gebäude wurde ein Brand angenommen, der zu starker Verqualmung führte, ein Verlassen des Objektes war den Bediensteten nicht mehr möglich, die Einsatzkräfte mussten sich mit Atemschutzgeräten den Weg ins Objekt suchen. Unter Zuhilfenahme eines sog. Überdrucklüfters wurden die Innenräume wieder rauchfrei und ermöglichten den Rettungskräften die Suche nach evtl. weiteren eingeschlossenen Personen sowie die Brandbekämpfung im Gebäudeinneren. Das Industriegebiet Helenenhalde verfügt nur über eine dem Mindeststandard entsprechende Wasserversorgung, die Firma Kapferer hat ihrerseits eine Zisterne für den Rückhalt von Oberflächenwasser angelegt, um im Bedarfsfall eine hinlängliche Löschwasserversorgung zu sichern. Diese Zisterne ist in den Übungsablauf mit eingebunden worden. In der Übungslage waren die Kräfte des THW Ortsverbandes Friedrichsthal sowie die Drehleiter der Feuerwehr Sulzbach beteiligt. Der eigentlichen Jahreshauptübung ging eine Übung der Jugendfeuerwehr voraus. Diese zukünftig aktiven Mitglieder der Wehr stellen die wichtigste Ressource für die Bewältigung der Zukunft in der Wehr dar und verdienen deshalb jede mögliche Unterstützung. Der Jahreshauptübung schloss sich die Übungsbesprechung im Feuerwehrgerätehaus Friedrichsthal an. Nach der Begrüßung aller Gäste durch Wehrführer Jürgen Wilhelm richtete auch der Chef der Wehr, Bürgermeister W. Cornelius ein kurzes Grußwort an die Teilnehmer der Übungsbesprechung. Er stellte fest, dass sich das Interesse gewisser politischer Kräfte für gesellschaftliche Ereignisse einzig auf den Vorwahlkampf konzentrierte. Bei der Besprechung war außer der SPD-Fraktion – unter ihnen auch Rolf Schultheis – kein Vertreter der politischen Parteien zugegen. Auch bei den Kameraden der Wehr wurde das Fehlen vormals überaktiver Kommunalpolitiker mit Befremden aufgenommen. Jürgen Wilhelm, der Wehrführer bemerkte, dass keiner der unterlegenen Bürgermeisterkandidaten erschienen sei, die Feuerwehr Friedrichsthal hingegen komme immer. Brandinspekteur des Stadtverbandes Saarbrücken, Reiner Schwarz, übernahm die Aufgabe, den Übungsablauf einer kritischen Bewertung zu unterziehen. Er stellte fest, dass die Feuerwehr Friedrichsthal sowohl personell als auch technisch gut aufgestellt ist und der Aufgabenkatalog bravourös gemeistert worden ist. Die Friedrichsthaler Bevölkerung könne stolz auf ihre Wehr sein und dürfe stets mit einem sicheren Gefühl auf die Einsatzbereitschaft vertrauen. Er verlieh seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit – wie sie sich in der Amtszeit von Bürgermeister Werner Cornelius darstellte – auch in Zukunft mit einem Bürgermeister Rolf Schultheis fortgesetzt werden könne. Mit tosendem Applaus bestätigten die zahlreich anwesenden Männer und Frauen der Wehr diese Aussage. Einen wichtigen Programmpunkt an diesem Nachmittag stellten die Beförderungen und Ehrungen der Wehrleute dar. Befördert wurden: Timo Gräber zum Feuerwehrmann, Martin Eickhoff und Dirk Müller zu Oberfeuerwehrmännern, Jörg Balbier zum Hauptfeuerwehrmann, Thomas Vogt und Klaus-Peter Meier zu Löschmeistern sowie Dirk Lorang zum Brandmeister. Für 25jährige Mitgliedschaft wurde Günter Caspary geehrt, für 50 Jahre Zugehörigkeit zur Wehr wurde Günter Strauß geehrt. Der ehemalige Wehrführer Herbert Wagner wurde in die Alterswehr verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt. Der Friedrichsthaler Ehrenbürger Alois Uder hat sich im Vorfeld der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung der Friedrichsthaler Wehr in herausragender Weise engagiert und sich um das Wohl der gesamten Wehr verdient gemacht. Dieses große persönliche Engagement veranlasste die Feuerwehr, ihn zum Ehrenmitglied der Friedrichsthaler Feuerwehr zu ernennen. Der Chef der Wehr, Bürgermeister Cornelius ist diesem Ansinnen gerne gefolgt und konnte Herrn Alois Uder, der in Begleitung seiner Frau Christel an der Versammlung teilgenommen hatte, die Ehrenurkunde überreichen. Als weiteres sichtbares Zeichen der dankbaren Verbundenheit überreichten ihm die Kameraden der Wehr eine aus Sandstein handgearbeitete Skulptur des Feuerwehrschutzpatrons St. Florian. Noch während der Worte des Chefs der Wehr erhob sich die Versammlung von den Plätzen und dankte mit langanhaltendem Applaus ihrem Wohltäter Alois Uder auf ihre Weise.
Text Herbert Wagner und Christian Jung
Fotos Daniela Quirin
zur Bildergalerie
46 Bilder